
37 GRAD
Das ist die Temperatur dessen, was bei Maurice de Mauriac pulsiert. Überall. Immer. In jeder Entscheidung, in jeder Uhr, in jedem Gespräch.
Familie ist hier kein Begriff. Sie ist spürbar.
Daniel Dreifuss hat dieses 37-Grad-System gebaut. Getrieben von zwei Obsessionen. Zeit und Familie. Er kam aus einer Welt, in der Zeit gemessen, gehandelt, verloren wird und wollte etwas dagegen setzen. Uhren, die den Moment nicht nur anzeigen, sondern halten. Ihn würdigen. Und vielleicht ein Stück über ihn hinausreichen lassen.
Das geht nicht ohne Substanz. Nicht ohne Handwerk. Nicht ohne Geschichten. Und ganz sicher nicht ohne Wärme.
Heute schlägt dieses 37-Grad-Herz am Bellevue, in der Rämistrasse 5. Tiefer im Zentrum und gleichzeitig offener denn je. Das Atelier ist mehr als ein Ort, an dem Uhren entstehen. Es ist Verdichtung. Tischuniversität. Treffpunkt. Anziehungspunkt.
Hier wird nichts erklärt, was man nicht auch fühlen kann.
Jede Uhr geht durch Hände, durch Gedanken, durch Gespräche. Und immer durch die der Familie selbst. Persönlich übergeben. Persönlich gemeint. Deshalb trägt jede Uhr etwas in sich, das über Material hinausgeht: Nähe.
Ein Angebot. Kein Abschluss.
Mit Daniels Tod ist etwas zu Ende gegangen. Und gleichzeitig etwas begonnen. Massimo, Leonard und Masha führen nicht einfach fort. Sie übersetzen. Sie erweitern. Sie verschieben Grenzen ohne den Kern zu verlieren. Was ihr Vater begonnen hat, wird nicht konserviert. Es wird gelebt. Mit derselben Intensität. Vielleicht sogar mit mehr.
Und irgendwo dazwischen: Totoro. Ein Lagotto Romagnolo, italienischer Trüffelhund. Kein Mittelpunkt. Aber auch kein Beiwerk. Ein leiser Begleiter mit unermüdlicher Spürnase. Immer auf der Suche nach dem, was sich nicht sofort zeigt. Vielleicht genau das, was diesen Ort ausmacht.
Die Energie ist geblieben. Und sie hat Richtung bekommen.
Vielleicht ist genau das der Grund, warum dieser Ort für viele mehr ist als ein Atelier. Warum er entdeckt wird, weiterempfohlen wird, wiedergefunden wird.
Weil man hier beides gleichzeitig erlebt: Wurzeln und Bewegung.
Und weil in allem diese eine Konstante steckt: 37 Grad.






Wir machen Zeit
Die Menschen glauben, die Zeit sei etwas, das vergeht. Sie sprechen davon, sie zu verlieren, sie zu sparen, sie totzuschlagen oder hinter ihr herzurennen. Unsere Sprache verrät eine seltsame Vorstellung. Zeit erscheint wie ein Strom ausserhalb von uns, als etwas, das uns mitreisst, unabhängig von unserem Willen.
Doch vielleicht ist das die grösste Täuschung. Vielleicht vergeht die Zeit gar nicht. Vielleicht sind wir es, die vergehen. Nicht die Zeit bewegt sich durch uns, sondern wir bewegen uns durch die Zeit.
Dann wäre die entscheidende Frage nicht: Wie spät ist es Sondern: Wie lebe ich diese Stunde? Denn zwei Minuten können eine Ewigkeit sein. Ein Nachmittag mit einem geliebten Menschen kann wie ein Wimpernschlag vergehen und gleichzeitig für immer bleiben. Ein Sommer aus der Kindheit scheint Jahrzehnte später grösser als ganze Jahre des Erwachsenenlebens.
Zeit ist weniger eine physikalische Grösse als eine Qualität der Aufmerksamkeit. Dort, wo wir ganz gegenwärtig sind, verdichtet sich das Leben. Dort, wo wir zerstreut sind, zerfällt es.
Die moderne Welt produziert immer mehr Sekunden und immer weniger Zeit. Wir beschleunigen Prozesse, verkürzen Wege, optimieren Abläufe. Alles wird schneller. Und dennoch klagen wir über Zeitmangel. Vielleicht deshalb, weil Geschwindigkeit und Zeit nicht dasselbe sind. Wer schneller reist, lebt nicht automatisch mehr. Wer mehr Termine erfüllt, besitzt nicht mehr Gegenwart.
Gute Zeit entsteht nicht durch Effizienz. Sie entsteht durch Haltung. Eine Haltung, die sagt: Diese Minute zählt. Diese Begegnung zählt. Dieser Blick aus dem Fenster zählt. Dieser Gedanke zählt. Es ist die Kunst, dem Augenblick Gewicht zu geben.
Vielleicht erklärt das auch die eigentümliche Faszination mechanischer Uhren. In einer Welt voller Displays, die atomgenaue Zahlen anzeigen, wirkt ein automatisches Uhrwerk beinahe anachronistisch. Es ist langsamer, komplexer, irrationaler. Und gerade deshalb bedeutungsvoller. Eine automatische Uhr misst nicht nur Zeit.
Sie lebt von Bewegung. Sie wird durch ihren Träger aufgezogen. Durch Schritte, Gesten, Reisen, Gespräche. Das Uhrwerk erhält seine Energie aus dem gelebten Leben selbst. Es ist keine Maschine, die Zeit verwaltet, sondern ein Objekt, das an die Verbindung zwischen Leben und Zeit erinnert.
Mit jeder Bewegung lädt der Mensch die Uhr auf. Und die Uhr lädt etwas zurück. Nicht Energie im technischen Sinn. Sondern Erinnerung. Haltung. Bewusstsein.
Eine gute Uhr sagt nicht nur, wie spät es ist. Sie erinnert daran, dass dieser Moment unwiederholbar ist. Deshalb besitzen manche Zeitmesser eine Ausstrahlung, die weit über ihre Funktion hinausgeht. Sie tragen eine Idee in sich. Einen Charakter. Eine Haltung gegenüber dem Leben.
Automatische Uhren von Maurice de Mauriac gehören zu diesen seltenen Objekten. Man trägt sie nicht, um die Zeit zu kontrollieren. Man trägt sie, weil sie eine Beziehung zur Zeit verkörpern. Ihre Mechanik, ihre Klarheit, ihre Eigenständigkeit erzählen von einer Welt, in der Zeit nicht als Gegner verstanden wird, sondern als Raum für Intensität.
Hinter diesen Uhren steht eine Familie. Die Familien Dreifuss und da Massimo, Leonard und Masha. Menschen, die Verantwortung tragen. Nicht abstrakt, sondern persönlich. Mit aller Intensität, zu der Familie fähig ist. Mit Nähe, Hingabe und dem Bewusstsein, dass jede Uhr am Ende Teil der Zeit eines anderen Menschen wird. Vielleicht spürt man genau das. Dass diese Uhren nicht nur gebaut, sondern verantwortet werden. Dass in ihnen eine Haltung weitergegeben wird, von Mensch zu Mensch.
Sie messen nicht bloss Stunden. Sie erzeugen gute Zeit. Nicht, weil sie den Lauf der Sekunden verändern könnten. Sondern weil sie den Menschen verändern, der auf sie blickt. Jeder Blick aufs Zifferblatt wird zu einer kleinen Erinnerung: Du bist hier. Jetzt. Lebendig.
Vielleicht ist das die eigentliche Aufgabe einer Uhr. Nicht die Zeit anzuzeigen. Sondern Präsenz zu erzeugen. Denn am Ende unseres Lebens werden wir uns nicht daran erinnern, wie viele Stunden wir hatten. Wir werden uns erinnern, welche davon wirklich Zeit waren.
Wenn bei TripAdvisor das Atelier als das Shoppingerlebnis von Zürich geführt wird, dann weil man die Wurzeln der Marke ebenso intensiv erleben kann, wie die Energie, den Uhrenmarkt immer wieder mit familiären Besonderheiten zu überraschen – mit dieser faszinierenden Temperatur von 37 Grad in allem.
Rämistrasse 5
8001 Zürich